Post Pic

Schwarzer Hautkrebs - Typen, Stadien & Prognose

Subtypen des malignen Melanoms


Man unterscheidet 4 Subtypen des schwarzen Hautkrebses:

Superfiziell (=oberflächlich) spreitendes Melanom (SSM) beträgt etwa 39-75% aller Hautkrebsarten und hat 2 Entwicklungsstadien: horizontale und vertikale. Das superfiziell (oberflächlich) spreitende Melanom bildet einen Tumor. Es manifestiert sich als flacher oder erhabener Fleck, der aus einem an dieser Stelle bereits vorhandenen Nävus ausgehen und im Laufe einiger Jahre wachsen kann. Der Tumor hat scharfe Abgrenzung und harte Konsistenz.  Im späteren Stadium können schnell wachsende Knoten und hyperpigmentierte Inseln entstehen. Das superfiziell spreitendes Melanom ist meistens am Rücken lokalisiert. Bei den Männern findet sich der Tumor am Kopf, Hals, an der Brust, am Bauch, bei den Frauen – am Ober- und Unterschenkel. Die Letalität bei diesem Melanomsubtyp erreicht 31%.

Noduläres (knotiges) malignes Melanom (NMM) beträgt 15-30 % aller Fälle der Erkrankungen am Hauttumor. Das NMM tritt meistens bei Männern auf und ist oft am Rumpf lokalisiert. Das NMM wächst von Anfang an vertikal, deswegen nennt man es auch „tiefeindringendes“ (im Vergleich zu dem SSM). Das ist ein Knoten oder ein Polyp, dunkelblau oder schwarz, der nicht selten blutet und ulzeriert. Die Letalität bei einem NMM erreicht 56%.

Das Lentigo-Maligna-Melanom (LMM). Lange Zeit bereits existierte Lentigo maligna kann sich in ein LMM transformieren. Dieser Subtyp ist bei 10-13% aller Erkrankten zu treffen. Das LMM tritt an der Gesichtshaut bei den älteren Menschen auf, die lange Zeit der Sonnenbestrahlung unterzogen waren. Das LMM hat in der Regel 2 Stadien. Horizontales Stadium dauert 10, 20 Jahre und länger, im vertikalen Stadium folgt die Invasion in die Dermis.

Klinisches Bild von einem LMM  ist ein flacher Fleck, unscharf abgegrenzt, weicher Konsistenz, braun oder schwarz.

Der Tumor wächst zunächst langsam, im Stadium des vertikalen Wachstums entstehen jedoch schnell wachsende Knoten; gleichzeitig erfolgt schnelle Metastasierung. Die Letalität bei dem LMM erreicht 10%.

Akrolentiginöses Melanom (ALM) beträgt etwa 10% aller Hauttumoren. Es ist meistens an den Fußsohlen, an den Handflächen und am Nagelbett lokalisiert. Im letzten Fall ist die Pigmentierung im Bereich der Nagelwurzel – Hutchinson-Zeichen, typisch für ein Melanom. Dieser Subtyp wird oft zu spät diagnostiziert und hat eine ungünstige Prognose.

Oberflächlich spreitendes Melanom
Oberflächlich spreitendes Melanom

Stadien eines Melanoms


Die meisten Melanomsubtypen haben 2 Stadien – ein horizontales und ein vertikales. Horizontales Stadium wird durch die Proliferation von bösartigen Melanozyten in der Epidermis gekennzeichnet. Später dringen die bösartigen Zellen in die Dermis ein, da beginnt das Stadium des vertikalen Wachstums.
Die Tumordicke wird nach Breslow eingeschätzt. Dabei wird die absolute Dicke des Tumorgewebes vom Stratum granulosum der Epidermis bis zum tiefsten noch nachweisbaren Tumorgewebe  gemessen (in Millimetern angegeben).

Ein anderes Instrument ist der Clark-Level - ein histologisches System, um die Stadien eines malignen Melanoms einzuteilen.

I - Alle Tumorzellen befinden sich oberhalb der Basalmembran
II - Überschreitung der Basalmembran, Invasion in die Papillenschicht (Stratum papillare) der Dermis
III - Invasion bis an die Grenze zur Netzschicht (Stratum reticulare) der Dermis
IV - Invasion in die Netzschicht
V - Invasion in die Subkutis

Da das Rückfallrisiko ziemlich hoch ist, müssen alle Hautpartien sorgsam untersucht werden, inklusive Handflächen, Fußsohlen, Damm und das obere Kopfteil. Beim Verdacht auf einen Melanomrückfall, Metastasen oder einen atypischen Nävus ist eine Biopsie notwendig. Die vergrößerten Lymphknoten werden entweder durch eine Exzision biopsiert, oder durch eine Aspiration mit einer dünnen Nadel, danach erfolgen histologische und zytologische Untersuchungen.

Die Untersuchung eines Patienten mit dem Melanom enthält sowohl eine Röntgenthoraxuntersuchung (eventuell auch  eine Computertomographie, um mögliche Tumoren zu entdecken), als auch die Bestimmung der Anzahl der Leberenzyme im Blut. Bei der Entdeckung einer größeren Neubildung in der Bauchhöhle oder bei den Symptomen der Metastasierung in die Organe, kann eine Computertomographie der Organe im Bauch- bzw.Beckenraum durchgeführt werden.

Prognose

Kriterien zur Prognose und Therapie liefern die Eindringtiefe und die Tumordicke. Die Prognose kann günstig (Tumordicke <1,5 mm), ungünstig (1,5-3,5 mm) und schlecht (>3,5 mm). Unten sind die 5-Jahresüberlebensraten in der Abhängigkeit von der vertikalen Dicke des Melanoms aufgeführt.

Schwarzer Hautkrebs Prognose

Außerdem wird für die Abschätzung der Prognose der sogenannte Prognostische Index benutzt, der die Relation des Mitoseindexes zur Tumordicke und das Risiko der Metastasierung eines Melanoms mittlerer Dicke bestimmt. Der Mitoseindex zeigt die Anzahl der Mitosen auf 1mm2.

Es gibt auch andere prognostische Faktoren. Zu den wichtigsten gehören folgende.

  • ♦ Tumordicke. Die Abschätzung vertikaler Dicke nach Breslow ist einer der wichtigsten prognostischen Faktoren, bei dieser Methode ist die Beteiligung von hochqualifizierten Histologen notwendig. Es ist zu beachten, dass das in der Epidermis lokalisierte Melanom meistens keine Metastasen aufweist.
  • ♦ Geschlecht. Männer haben eine schlechtere Prognose als Frauen.
  • ♦ Lokalisierung des Melanoms. Bei einem Melanom, das am Rücken, Schultern, Hals, an der behaarten Kopffläche lokalisiert ist, ist die Prognose schlechter, als bei anderen Lokalisierungen.
  • ♦ Subtyp des Melanoms. Noduläres malignes Melanom und Akrolentiginöses Melanom haben schlechtere Prognose, als Superfiziell spreitendes Melanom und Lentigo-maligna-Melanom, selbst dann, wenn sie gleiche Dicke haben.
  • ♦ Geschwürbildung. Einige Onkologen sind der Meinung, dass die Ulzeration eines Melanoms zu den ungünstigen prognostischen Faktoren zählt.

Werbung